Als Selbständiger, Kleinunternehmer oder Freelancer kann jede Anschaffung eine große finanzielle Belastung darstellen. Daher ist es wichtig, die richtige und kostengünstigste Entscheidung darüber zu treffen. Die Kostenvergleichsrechnung bietet hier eine einfache Methode, um verschiedene Angebote miteinander zu vergleichen und die anfallenden Kosten zu minimieren.

Was ist die Kostenvergleichsrechnung?

Die Kostenvergleichsrechnung stellt ein statisches Verfahren der Investitionsrechnung dar. Wenn eine Investition getätigt werden soll, werden die unterschiedlichen Kosten der Investitionsalternativen gegenübergestellt und entsprechend verglichen. Es wird sodann die Alternative mit den geringsten Kosten gewählt.

Vor- und Nachteile der Kostenvergleichsrechnung

Ein großer Vorteil liegt darin, dass die Berechnung einfach und relativ schnell durchführbar ist. Es braucht hierfür keine umfangreichen Controlling-Fähigkeiten und bietet sich deshalb gerade für Einzelunternehmer oder Freelancer an. Der Nachteil ist allerdings, dass nur mit Durchschnittswerten gearbeitet wird und die Ergebnisse deshalb oft ungenau ausfallen bzw. fehleingeschätzt werden. Die Kostenvergleichsrechnung konzentriert sich lediglich auf die Minimierung der Kosten und nicht auf die Steigerung des Umsatzes, was für die meisten Unternehmer unter Umständen wichtiger wäre.

Was ist die kritische Menge?

Grundsätzlich darf nur die Mehrwertsteuer von Rechnungen abgezogen werden, die den Betrieb betreffen. Wer also als freiberuflicher Designer einen neuen großen Bildschirm für seinen Arbeitscomputer kauft, darf die Mehrwertsteuer dafür abziehen. Die Kosten für den Laptop der zwölfjährigen Tochter müssen aber voll getragen werden. Dazu gibt es eine ganze Reihe von Spezialfällen wie private Nutzung dienstlicher Fahrzeuge oder Bewirtung.

Die kritische Menge berechnet sich wie folgt:

(Fixkosten Maschine A – Fixkosten Maschine B) / (Variable Kosten Maschine B – Variable Kosten Maschine A)

Welche Kosten werden bei der Kostenvergleichsrechnung berücksichtigt?

Die wichtigsten Kosten, die bei der Kostenvergleichsrechnung herangezogen werden, sind die folgenden:

  • Personalkosten
  • Materialkosten
  • Energiekosten
  • Mietkosten
  • Instandhaltungs- und Reparaturkosten
  • Kalkulatorische Abschreibungen
  • Kalkulatorische Zinsen

Welche Arten der Kostenvergleichsrechnung gibt es?

Bei der periodenbezogenen Kostenvergleichsrechnung wird eine Durchschnittsperiode zugrunde gelegt oder die erste Periode als Durchschnittsperiode bestimmt. Es wird davon ausgegangen, dass alle Investitionsalternativen die gleiche Produktionsleistung erbringen. Soll eine Investition getätigt werden, wird die Alternative mit den niedrigsten Kosten gewählt. Soll eine vorhandene Maschine ersetzt werden, so werden die durchschnittlichen Periodenkosten der neuen Maschine mit denen der alten Maschine verglichen. Bei dieser Berechnungsweise werden stets die jährlichen Gesamtkosten berechnet und verglichen.

Die stückbezogene Kostenvergleichsrechnung ist deutlich genauer. Sie berücksichtigt auch die Produktionsleistung, in dem die entsprechenden Stückkosten kalkuliert werden.

Wie werden die kalkulatorischen Abschreibungen und Zinsen berechnet?

Die kalkulatorische Abschreibung ergibt sich durch Abzug der Liquiditationserlöse von den Anschaffungskosten. Der Liquiditätserlös ist der Wert, den eine Maschine am Ende der Nutzungsdauer noch hat. Das Ergebnis wird durch die Nutzungsdauer geteilt.

Für die Berechnung der kalkulatorischen Zinsen muss zunächst das durchschnittlich gebundene Kapital errechnet werden. Diese Kapitalbindung ergibt sich aus der Summe von Anschaffungskosten und Liquiditätserlösen. Die Summe wird durch zwei geteilt. Das durchschnittlich gebundene Kapital wird sodann mit dem Kalkulationszinssatz multipliziert.

Beispiel

Die Mustermann GmbH muss sich zwischen zwei Maschinen entscheiden. Zunächst müssen für beide Maschinen jeweils die Gesamtanschaffungskosten errechnet werden, indem die jeweiligen Anschaffungs- und eventuelle Installationskosten addiert werden. Anschließend muss für jede der beiden Maschinen die kalkulatorische Abschreibung nach dem oben beschriebenen Rechenweg ermittelt werden. Nach Berechnung des durchschnittlich gebundenen Kapitals lassen sich außerdem die kalkulatorischen Zinsen ermitteln. Mit diesen Vorberechnungen lässt sich die Höhe der jeweiligen Gesamtkosten einfach bemessen.

Jährliche Gesamtkosten = Kalkulatorische Abschreibung + kalkulatorische Zinsen + Materialkosten + variable Kosten + Fixkosten + ggf. Personalkosten + ggf. Wartungskosten, etc.

Kostenvergleichsrechnung mit Excel

Eine Kostenvergleichsrechnung lässt sich sehr einfach mit Excel erstellen. Nach Eingabe der bekannten Daten der verschiedenen Investitionsalternativen können mit Excel die einzelnen Berechnungen mit entsprechenden Formeln angestellt werden. Besonders übersichtlich erscheint die Rechnung, wenn sämtliche Alternativen nebeneinander in einer Tabelle aufgeführt werden. So ist die günstigste Investition sofort ersichtlich.

Kritik

Bei der Kostenvergleichsrechnung wird davon ausgegangen, dass die unterschiedlichen Investitionsalternativen die gleichen Erträge erzielen. Das bedeutet, dass nur die Kosten- nicht aber die zu erzielenden Erlöse beachtet werden. Die Investitionsentscheidung lediglich auf Grundlage der Kosten zu treffen, könnte somit dazu führen, dass niedrigere Erlöse erzielt werden.

Ein weiterer Kritikpunkt besteht in der Betrachtungsweise. Üblicherweise wird eine Durchschnittsperiode herangezogen oder es wird der erste Monat als Durchschnittsperiode festgelegt. Beides spiegelt jedoch nicht die tatsächliche Entwicklung wieder. Das Ergebnis könnte somit verfälscht oder ungenau sein. Außerdem werden die Zeitpunkte der anfallenden Zahlungen nicht bedacht. Das kann weitere negative Folgen nach sich ziehen, da die Inflation im Laufe der Jahre zuschlägt. Das bedeutet, dass 1.000 Euro heute nicht den gleichen Wert haben wie in zehn Jahren.

Fazit

Die Kostenvergleichsrechnung eignet sich besonders gut für einfache Investitionsentscheidungen. Wenn Sie Kleinunternehmer oder Freelancer sind, können Sie die Berechnungen einfach anhand einer Excel-Tabelle vornehmen. Zu beachten bleibt, dass lediglich die Kosten, nicht aber die Erlöse berücksichtigt werden, sodass die Entscheidung nicht immer den Zukunftsprognosen gerecht wird. Da aber gerade am Anfang einer unternehmerischen Tätigkeit die Kosten einen entscheidenden Faktor darstellen, kann diese Form der statischen Investitionsrechnung genau die richtige sein.